Einleitung

Herzlich willkommen im Fachbereich Wissenschaft & Psychologie!

Das Unbekannte mit Inspiration zu erkunden und die Welt und sich selbst als Forschender immer weiter und tiefer zu verstehen, liegt in der Natur des Menschen – und es fasziniert uns selber in unserer täglichen Arbeit!

Innovative Wissenschaft braucht für diesen Weg des Wissens schon immer die Aktivierung grundlegender Qualitäten des Menschen: Die Klarheit des Geistes, die intuitive Wahrnehmung von Phänomenen und Prozessen, die menschliche Kreativität und Freude an Erkenntnis, die menschliche Neugier und Passion, sich selbst und die Welt tief und umfassend zu verstehen und den Mut, sich dem Unbekannten zu stellen und jenseits der Tradition neue Sichtweisen in die Welt zu bringen.

Mit unserer Arbeit wollen wir das faszinierende menschliche Potenzial für Wissenschaft und Psychologie und für die Entwicklung der Menschen fruchtbar machen. Dies erscheint uns umso wichtiger, weil dieses Potenzial des Menschen in der Tradition der westlichen Wissenschaft mit ihren Postulaten der Rationalität und Objektivität unterbelichtet ist. Wichtige menschliche Prozesse in der Forschungsarbeit wie wechselnde emotionale und mentale Zustände im Forschungsprozess (Neugier, Freude, Konzentration, Angst, Stress, Verwirrung) und das eigene biophysische Energielevel werden in der offiziellen Wissenschaft nicht thematisiert, weil es den Menschen als Störfaktor bei der Gewinnung objektiver wissenschaftlicher Erkenntnisse zu eliminieren gilt.
Hier wird unseres Erachtens ein großes Potenzial, welches insbesondere in der Wechselwirkung von Emotionen und Kognitionen für die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft des menschlichen Geistes liegt, bedauerlicherweise nicht aktiv genutzt.

In unserem ganzheitlich-systemischen Verständnis lebt und handelt der Mensch in komplexen Vernetzungen von Körper, Geist, Gefühlen und Seele; er verfügt über ein hoch entwickeltes Bewusstsein, verschiedene faszinierende Wahrnehmungskanäle und strebt in seinem Lebens- und Wissensweg nach der Erfahrung und Entwicklung von Ganzheit und Transzendenz. Entsprechende Erkenntnisse aus Neurowissenschaften, Biologie, humanistischer Psychologie, Reformpädagogik, Kulturwissenschaften, Existenzphilosophie und ganzheitlicher Medizin, die zu einem ganzheitlichen Verständnis des Menschen beitragen, greifen wir gerne auf. Wir verbinden sie mit den fundamentalen Erkenntnissen der AMW (= Arbeit mit dem Wesenskern), die aus der Empirie der praktischen therapeutischen Arbeit mit Menschen gewonnen wurde.

Eine neue ganzheitliche Psychologie, die den Menschen in seiner Existenzweise “zwischen Himmel und Erde“ sieht, also in seiner Größe und Freiheit ebenso wie in seinen Abhängigkeiten, kann der menschlichen Potenzialentfaltung in Wissenschaft und Leben einen wertvollen Dienst erweisen. Eine solche Psychologie betrachtet den Menschen keinesfalls nur als konditioniertes Tier ohne Bewusstsein mit Reiz-Reaktions-Verhaltensmustern (Behaviorismus) oder als biologischen Computer (Kognitivismus). Vielmehr sieht eine solche neue Psychologie den Menschen immer(!) als komplexes denkendes und fühlendes Lebewesen mit Selbst-Bewusstsein, welches bei Handlungen und Lebensentscheidungen trotz aller Kontextbedingungen über eine existenzielle Freiheit und damit über eine existenzielle (Selbst-)Verantwortung verfügt.

Auch für eine Klärung der Forscher*innenpersönlichkeit hinsichtlich ihrer oft unbewussten Motive, Emotionen und gesellschaftlichen Konditionierungen, die den Erkenntnisprozess beeinflussen, kann die Psychologie für die Wissenschaft sehr nützlich sein. Erst eine kritische Klärung der durch soziale Konditionierungen bedingten persönlichen Wahrnehmungsverzerrungen bzw. blinden Flecken (Bias) des Forschenden erlaubt es, eine objektive Wissenschaft in Bezug auf den Forschungsgegenstand zu realisieren. Im Rahmen einer ganzheitlichen Wissenschaft gilt somit die Loyalität engagierter Forscher_innen der Wahrheit des Erkenntnisprozesses selber – in Bezug auf den Forschungsgegenstand und in Bezug auf die eigene Persönlichkeit. Da die Wahrheit der Erkenntnis zuweilen auf soziale oder kulturelle Widerstände stößt, brauchen Wissenspioniere eine echte geistige, emotionale und soziale Eigenständigkeit, die ihnen eine innere Sicherheit gibt.